Bundesländer
Navigation:
am 30. Jänner

Neue Uni-Zugangsregeln sind kontraproduktiv

Werner Kogler - Die Regierung will ab 2019 den Zugang zur Universität in überlaufenen Fächern wie Erziehungswissenschaften, Jus und Fremdsprachen einschränken. Warum das kontraproduktiv ist, erklären Werner Kogler und Sigi Maurer.

Neben diesen allgemein gültigen neuen Uni-Zugangsregeln sollen Universitäten außerdem die Möglichkeit bekommen, Zugangshürden für lokal überlaufene Studienrichtungen einzuführen. 

Österreich unter OECD-Schnitt

Unser Bundessprecher Werner Kogler ist aus gutem Grund dagegen: "Statt sich darum zu kümmern, dass Studierende ihr Studium erfolgreich abschließen können, baut die Regierung höhere Mauern für den Unizugang. Dabei liegt Österreich sowohl bei der Zahl der StudienanfängerInnen als auch bei der AkademikerInnenquote unter dem OECD-Schnitt."

Weniger ist nicht immer mehr

Ein beschränkter Unizugang behindert beziehungsweise sperrt Studierende aus. Kogler hat zwar grundsätzlich nichts gegen Eignungstests zur Orientierung, betont aber: "Wenn diese nur der Reduktion dienen, halte ich das nicht für zielführend."


„Statt sich darum zu kümmern, dass Studierende ihr Studium erfolgreich abschließen können, baut die Regierung höhere Mauern für den Unizugang.“
Werner Kogler, Bundessprecher

Undurchsichtige Regelungen

Unsere langjährige Wissenschaftssprecherin Sigi Maurer befürchtet ein Chaos an Österreichs Universitäten: "Die Regelungen sind bereits jetzt völlig undurchsichtig. Und die dramatische Reduktion von Studienplätzen wird zu weiteren Verdrängungseffekten führen. Wenn die Universitäten künftig auch noch nach eigenem Gutdünken beschränken dürfen, ist das Chaos perfekt." 

Sie erinnert an die Medizin-Aufnahmetests. Diese zeigen, wie sehr Beschränkungen die soziale Selektion im Bildungssystem zur Folge haben. Besonders absurd ist die Beschränkung im Fach Informatik, in dem eigentlich viel mehr AbsolventInnen benötigt werden. 

Grünes Modell: 

ERST ORIENTIEREN, dann studieren

Eine bessere Verteilung der Studierenden auf unterschiedliche Fächer ist wünschenswert. Diese allerdings mit Zugangsbeschränkungen zu erzwingen, ist laut Kogler und Maurer kontraproduktiv. Als bessere Alternative verweisen sie dabei auf das Grüne Modell, das eine allgemeine Studieneingangsphase vor sieht. Nach dieser Orientierungsphase wählen Studierende ihr Studienfach aus. Und zwar nach den Wünschen und Vorstellung der Studierenden selbst ​– ​nicht erzwungen durch ein sozial selektives Zugangsbeschränkungs-Regime. Der Vorteil liegt auf der Hand: Weniger Studienabbrüche, mehr AkademikerInnen – und ein besseres Ranking für Österreich im internationalen Vergleich.​

Warum es eine Studieneingangsphase braucht, lesen Sie im folgenden Artikel:

Bitte spenden - wir brauchen dich!